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WG mit Freunden: So zieht ihr zusammen, ohne die Freundschaft zu riskieren

Mit der besten Freundin oder dem besten Freund in eine WG zu ziehen, klingt nach der sicheren Wahl. Ihr kennt eure Macken, habt einen Urlaub zusammen überlebt, und lieber teilt man die Miete mit jemandem, dem man vertraut, als mit einer fremden Person vom WG-Casting.

Dann, irgendwann im vierten Monat, merkst du, dass du dich seit elf Tagen still über eine Pfanne ärgerst. Und du sagst nichts, denn es geht ja um eure Freundschaft.

Genau das ist die Falle an einer WG mit Freunden: Die Freundschaft macht kleine Gespräche riesig. Unter Fremden ist „Kannst du heute noch abspülen?“ Organisation. Unter besten Freunden klingt es wie ein Urteil über den ganzen Menschen.

Warum eine WG mit Freunden schwieriger ist, als sie aussieht

Fremde, die zusammenziehen, erledigen die langweilige Grundarbeit, weil sie müssen. Sie reden am ersten Tag über Miete, Nebenkosten und Putzplan, weil es sonst nichts zu reden gibt. Freunde überspringen das alles: Wir kriegen das schon hin, wir sind ja befreundet.

Nur funktionieren Freundschaft und Haushalt nach unterschiedlichen Regeln. Freundschaft läuft über Großzügigkeit: Du zahlst die Getränke, sie das Taxi, niemand rechnet. Ein Haushalt läuft über Verlässlichkeit: Die Biotonne muss dienstags raus, egal wer dran ist und wie die Laune ist. Wer eine WG nach Freundschaftsregeln führt, fängt irgendwann doch an zu rechnen, nur heimlich, und keiner gibt es zu.

Eine Mitbewohnerin, mit der man zufällig befreundet ist, ist einfach. Eine Freundin, mit der man nie etwas vereinbart hat, ist eine Mitbewohnerin, die man nicht anzusprechen traut.

Redet über Geld, bevor ihr unterschreibt

Geld ist das Thema, das Freunde am liebsten umschiffen, weil Verhandeln unfreundlich wirkt. Führt das Gespräch trotzdem, und zwar vor der Unterschrift unter den Mietvertrag. Hier steht, was ihr vorher klären solltet, auch zur Frage, ob ihr beide Hauptmieter werdet.

Und dann gehören die Zahlen an einen Ort, den ihr beide seht. Eine App wie Crew hält gemeinsame Ausgaben und offene Beträge fest, während sie entstehen. So muss keiner von euch die Person sein, die ständig nach 14,60 € fragt.

Macht den Putzplan wie unter Fremden

Das fühlt sich unter Freunden am unnatürlichsten an, und genau das ist der wichtigste Teil. Schreibt die Aufgaben auf: wer was macht, wie oft, und was „erledigt“ konkret heißt. „Bad, wöchentlich: Waschbecken, WC, Dusche, Boden“ lässt keinen Raum für ein Missverständnis, aus dem Groll wird.

Es geht nicht um Strenge. Es geht darum, dass der Plan erinnert, damit es nie die Freundschaft tun muss. Wie ein Putzplan länger als drei Wochen hält, steht in Putzpläne scheitern immer. Und achtet auf die unsichtbare Organisationsarbeit: Sie landet meist bei der Person, der Dinge zuerst auffallen.

Trennt Freundeszeit und WG-Alltag

Zusammenwohnen ist nicht dasselbe wie Zeit miteinander verbringen, und wer so tut, als wäre es das, ist schnell erschöpft. Vereinbart früh, dass eine geschlossene Tür nichts Persönliches bedeutet, dass niemand bei jedem Abendessen dabei sein muss und dass ihr beide eure eigenen Leute und Pläne behaltet.

Und schützt die Freundschaft bewusst. Geht einmal im Monat zusammen essen, irgendwo, das nicht eure Küche ist, und erklärt das Wort „Nebenkostenabrechnung“ für den Abend zum Tabu. Sonst dreht sich jedes Gespräch um Organisation, und ihr fühlt euch bald wie Kollegen mit gemeinsamem Kühlschrank. Wenn eure Tagesabläufe kaum zusammenpassen, lohnt ein Blick auf WG-Leben mit unterschiedlichen Rhythmen.

Sprecht Kleinigkeiten an, solange sie klein sind

Das größte Risiko unter Freunden ist nicht der eine große Streit. Es sind hundert kleine Dinge, die niemand angesprochen hat und die dann auf einmal herauskommen, wegen irgendetwas Banalem.

Regelt den Auszug, solange ihr euch noch mögt

Irgendwann will jemand von euch ausziehen: wegen einer Beziehung, eines Jobs, einer anderen Stadt. Das ist kein Verrat, so enden WGs eben. Wie Verrat fühlt es sich erst an, wenn man über die Kaution verhandelt, während jemand gekränkt ist. Wer die Bedingungen jetzt festlegt, solange alle glücklich sind, nimmt diesem Moment die Schärfe.

Vereinbart, wie viel Vorlauf ihr euch gebt, wer den Nachmieter sucht, wie die Kaution aufgeteilt wird und wer das gemeinsam gekaufte Sofa behält. Gemeinsam gekaufte Möbel haben mehr Freundschaften beendet, als irgendwer zugeben würde. Wenn es schon so weit ist: Mitbewohner zieht früher aus, was jetzt?

Freunde, die gut zusammenwohnen, sind nicht die, die nie streiten. Es sind die, die früh entschieden haben, dass die WG Regeln bekommt, damit die Freundschaft sie nicht tragen muss. Schreibt das Langweilige auf, dann bleibt euch das Schöne: Küchengespräche um Mitternacht, Pizza nach einem miesen Tag und jemand, der genau weiß, wie du deinen Tee trinkst.

Häufige Fragen

Ist es eine gute Idee, mit der besten Freundin in eine WG zu ziehen?

Ja, wenn ihr das Zusammenwohnen als Haushalt organisiert und nicht nur als Freundschaft laufen lasst. Freunde, die gut zusammenwohnen, klären Geld, Putzplan und Besuch vorher, lassen sich gegenseitig Freiraum und sprechen Kleinigkeiten früh an. Das Risiko ist nicht, dass ihr euch zu nah seid, sondern dass ihr die Gespräche auslasst, die ihr mit Fremden ganz selbstverständlich führen würdet.

Wie teilt man die Miete mit Freunden fair auf?

Nach dem, was jede Person bekommt, nicht danach, wer großzügiger ist. Sind die Zimmer gleich groß, ist halbe-halbe am einfachsten; ist ein Zimmer größer, heller oder hat einen Balkon, zahlt diese Person etwas mehr. Legt die Aufteilung vor der Unterschrift unter den Mietvertrag fest, schreibt die Begründung dazu und führt Nebenkosten und WG-Kasse getrennt und für alle sichtbar.

Wie sagt man einer Freundin, dass sie eine schwierige Mitbewohnerin ist?

Sprecht über das konkrete Verhalten, nicht über die Person, und zwar früh, persönlich und in einem ruhigen Moment. Zum Beispiel: Das Geschirr steht seit Sonntag, können wir ausmachen, dass es am selben Abend gespült wird? Wer einen schriftlichen Putzplan oder einen monatlichen WG-Check-in vorschlägt, macht aus dem Problem eine Frage des Systems statt ein Urteil über die Freundin.

Was tun, wenn die WG die Freundschaft belastet?

Sprecht es direkt an und trennt die beiden Beziehungen: Was läuft in der WG nicht, und was wollt ihr an der Freundschaft schützen? Oft reichen ein paar schriftliche Regeln. Wenn nicht, ist ein geordneter, früher Auszug mit fairer Vorlaufzeit, geklärter Kaution und aufgeteilten Möbeln besser als ein Jahr voller Groll, und die Freundschaft bleibt heil.

Wie behält man gemeinsame Ausgaben in einer WG mit Freunden am besten im Blick?

Mit einer gemeinsamen Übersicht, die alle öffnen können, statt mit Kopfrechnen oder Scrollen durch alte Chats. Mit einer App wie Crew tragen Freunde, die zusammenwohnen, gemeinsame Ausgaben ein, sehen offene Beträge und teilen Rechnungen auf, direkt neben Putzplan und WG-Dokumenten. Damit fällt der unangenehme Moment weg, eine Freundin um Geld bitten zu müssen, weil die Zahlen für beide schon dastehen.

Haltet die Organisation aus der Freundschaft raus

Crew sammelt gemeinsame Ausgaben, Putzplan und WG-Dokumente an einer Stelle, damit keiner von euch mitrechnen muss.

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