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Haushaltssachen in der WG teilen: Klopapier, Putzmittel und die WG-Kasse

In keiner WG hat es jemals einen Beschluss zum Thema Klopapier gegeben. Genau deshalb kauft es in den meisten WGs seit einem Jahr immer dieselbe Person — dazu die Müllbeutel, das Spülmittel, die Schwämme und die Glühbirne im Flur, die im März durchgebrannt ist.

Es sind nie große Summen. Hier neun Euro, da vier. Aber es passiert jede Woche, es wird nie aufgeschrieben, und es hängt komplett an der Person, die Dinge zuerst bemerkt. Irgendwann erreicht diese Person einen sehr konkreten Kipppunkt: im Drogeriemarkt, mit einer Zwölferpackung Klopapier in der Hand, beim stillen Nachrechnen, wie oft sie das jetzt eigentlich allein bezahlt hat.

Warum die kleinsten WG-Kosten den größten Frust machen

Über die Miete wird geredet, weil sie groß ist und ein Vertrag dahintersteht. Die Nebenkosten werden geregelt, weil sie mit Namen und Datum im Briefkasten liegen. Haushaltssachen haben beides nicht. Sie werden einfach gekauft — meistens von der Person, deren Geduld schneller aufgebraucht ist als die Küchenrolle.

Das Problem ist nicht das Geld, sondern die Unsichtbarkeit. Ein Nachkauf für 9 € hinterlässt keine Spur. Niemand sieht, wie das Regal von leer auf voll wechselt; alle sehen nur ein volles Regal und gehen davon aus, dass die WG funktioniert. Die kaufende Person führt dabei eine Rechnung im Kopf, von der die anderen gar nichts wissen — und jeder Einkauf ergänzt eine Zeile.

Dazu kommt die zweite unsichtbare Aufgabe: das Mitdenken. Klopapier kaufen dauert fünf Minuten. Die Einzige zu sein, die im Blick hat, ob die WG noch Klopapier hat, ist ein dauerhafter unbezahlter Job — und genau der macht müde.

Schritt eins: klären, was zum WG-Bedarf gehört

Die meisten WGs überspringen das und streiten direkt über Geld. Deshalb kommt der Streit nie zu einem Ende. Schreibt die Liste auf — auf Papier oder in eine gemeinsame Notiz — und haltet sie kurz.

Und dann konsequent ein Filter: Sobald bei einem Artikel eine persönliche Vorliebe mitspielt, kommt er von der Liste. Shampoo, Kaffeebohnen, Haferdrink, eine bestimmte Marke von irgendwas — das ist Privatsache. Die WG-Liste ist für Dinge, bei denen niemand eine Meinung hat, denn nur bei denen ärgert sich am Ende niemand über den gleichen Anteil.

Schritt zwei: ein System wählen — und dabei bleiben

Drei Systeme funktionieren in WGs wirklich. Alle drei sind in Ordnung. Zwei davon parallel zu betreiben ist das Problem.

Die WG-Kasse. Alle zahlen monatlich einen festen Betrag ein, wer einkauft, nimmt daraus. Die sauberste Lösung ab drei Personen und die einzige, bei der niemand eigenes Geld vorstreckt. Braucht eine Person, die die Kasse führt.

Der rotierende Einkäufer. Jede Person übernimmt abwechselnd den kompletten Haushaltseinkauf — du im Juli, jemand anders im August. Null Verwaltung, und es gleicht sich über die Zeit selbst aus, weil irgendwann jede Person den teuren Monat erwischt. Es bricht nur, wenn mitten in der Rotation jemand auszieht.

Erfassen und abrechnen. Wer etwas kauft, trägt es ein, und am Monatsende wird verrechnet. Passt besonders, wenn ihr Miete und Nebenkosten sowieso gemeinsam führt — dann ist der Haushaltseinkauf nur ein weiterer Posten und kein eigenes Ritual.

Welches System ihr wählt, ist viel weniger wichtig als die Tatsache, dass es überhaupt eins gibt. Jede Absprache schlägt den Standardzustand: „Wer es zuerst nicht mehr aushält, zahlt.“

Schritt drei: ein Limit setzen, damit niemand fragen muss

Legt einen Betrag pro Person und Monat fest — in den meisten WGs sind das 10 bis 20 €, je nach Größe und danach, wie viel wirklich gekocht wird. Zwei Dinge passieren dadurch.

Erstens brauchen kleine Einkäufe keine Zustimmung mehr. Jede Person kann alles von der Liste nachkaufen, ohne Abstimmung im Gruppenchat, weil es innerhalb des vereinbarten Budgets liegt. Zweitens ist damit stillschweigend die Person ausgebremst, die sonst die Handseife für 14 € kauft und erwartet, dass vier Leute das teilen.

Startet zwei Monate am unteren Ende und schaut, was wirklich ausgegeben wird. Eine Kasse, die in Woche drei leer ist, ist zu klein. Eine Kasse mit großem Überschuss hält Geld fest, das auf den Konten der Leute besser liegt.

Schritt vier: den Nachkauf-Auslöser benennen, nicht nur den Einkäufer

Die Regel, die das dauerhaft löst, betrifft nicht das Bezahlen. Sie lautet: Wer etwas leer macht, ist dafür verantwortlich, es auf die Liste zu schreiben — nicht dafür, es zu kaufen.

Dieser eine Unterschied nimmt den Grund weg, warum niemand etwas sagt. Niemand gibt gern zu, das letzte Spülmittel verbraucht zu haben, wenn das Zugeben einen Einkauf bedeutet. Ein Wort auf eine gemeinsame Liste zu schreiben kostet nichts — und verlagert das Mitdenken von einer Person auf die, die gerade die leere Flasche in der Hand hatte. Wenn ihr Aufgaben und Ausgaben ohnehin in etwas wie Crew festhaltet, liegen Liste und Nachkauf direkt neben Miete und Putzplan, und die 9 € verrechnen sich mit allem anderen statt zur Kleingeld-Frage zu werden.

Schritt fünf: nachjustieren, wenn sich die WG ändert

Drei Anlässe verdienen einen neuen Blick. Jemand zieht ein oder aus — Betrag pro Person und Rotation verschieben sich beide. Die Jahreszeit wechselt — im Winter verbrauchen WGs deutlich mehr Putzmittel als im August. Oder die Kasse ist regelmäßig zu früh leer, was meist heißt: Auf der gemeinsamen Liste steht etwas, das privat bleiben sollte.

Dafür braucht es keine formale Prüfung. Fünf Minuten beim WG-Treffen, zweimal im Jahr, und die Bereitschaft, einen Posten von der Liste zu nehmen, wenn er nicht mehr wirklich gemeinsam ist.

Haushaltssachen sind das Günstigste in einer WG und das Teuerste, wenn man sie falsch regelt — denn die Kosten sind nie wirklich das Geld. Schreibt die Liste, wählt ein System, setzt ein Limit und verabredet, dass „leer gemacht“ auch „gesagt“ heißt. Dann denkt in eurer WG nur noch die Person über Klopapier nach, die gerade im Laden davor steht.

Häufige Fragen

Wie teilt man Haushaltssachen in der WG fair auf?

Am besten gleichmäßig, weil alle diese Dinge etwa gleich schnell verbrauchen und das genaue Aufrechnen mehr Nerven kostet als es Geld spart. Drei Systeme funktionieren: eine WG-Kasse mit festem Monatsbeitrag, ein rotierender Einkäufer, der abwechselnd den ganzen Einkauf zahlt, oder das Erfassen jeder Ausgabe mit Abrechnung am Monatsende. Wählt eins und nutzt es für die gesamte Liste.

Was gehört zum gemeinsamen WG-Bedarf?

Alles, was die ganze WG selbstverständlich nutzt und wo niemand eine starke Vorliebe hat: Klopapier, Küchenrolle, Müllbeutel, Spülmittel, Schwämme, Putzmittel, Waschmittel für gemeinsame Nutzung, Glühbirnen sowie Basics wie Salz, Öl und Alufolie. Sobald eine Marke oder Vorliebe im Spiel ist — bestimmtes Shampoo, bestimmter Kaffee, Haferdrink statt Kuhmilch — gehört es auf die private Liste.

Wie hoch sollte die WG-Kasse pro Person im Monat sein?

In den meisten WGs liegen 10 bis 20 Euro pro Person und Monat realistisch, abhängig von der WG-Größe und davon, wie viel gekocht und geputzt wird. Startet zwei Monate am unteren Ende, schaut euch die tatsächlichen Ausgaben an und passt dann an. Eine Kasse, die in Woche drei leer ist, ist zu klein — eine mit großem Überschuss hält Geld fest, das auf den Konten bleiben könnte.

Wie behält man in der WG den Überblick, wer was gekauft hat?

Erfasst den Einkauf sofort statt ihn später aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, und zwar an derselben Stelle wie die übrigen WG-Kosten. Eine App wie Crew eignet sich dafür gut, weil ein 9-Euro-Einkauf in derselben laufenden Abrechnung landet wie Miete und Nebenkosten und sich automatisch verrechnet.

Was tun, wenn eine Person deutlich mehr verbraucht als alle anderen?

Bei echten Verbrauchsgütern lohnt es sich nicht, kleine Unterschiede zu kontrollieren — der Aufwand ist größer als die Ungerechtigkeit. Ist der Unterschied aber groß und dauerhaft, etwa weil eine Person täglich mit dem WG-Öl kocht oder jeden Tag Wäsche wäscht, nehmt diesen Posten von der gemeinsamen Liste und macht ihn privat. Umsortieren ist einfacher als über Prozente zu streiten.

Auch die 9-Euro-Einkäufe im Blick

Crew hält gemeinsame Ausgaben und Aufgaben an einem Ort — damit die Person, die nachkauft, nicht die Einzige ist, die mitzählt.

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